Danke Tobias. Hier noch ein Bericht.
Unwetter über Altenrhein
altenrhein. Heftige Regenschauer haben gestern Vormittag mehrere Tiefgaragen und über 20 Keller in Altenrhein unter Wasser gesetzt. Teile des Airports wurden ebenfalls überflutet.
Im vergangenen Jahr jagte ein Sturm mit über 120 Kilometer pro Stunde durch Altenrhein und hinterliess im Bereich Badi «Speck» und Airport St. Gallen-Altenrhein eine Schneise der Verwüstung. Nun wurde die Landgemeinde am Bodensee erneut von einer kurzen, aber umso heftigeren Wetterkapriole heimgesucht.
Seltenes Naturschauspiel
Gegen 9.30 Uhr fegte aber diesmal nicht ein Sturm durchs Dorf, sondern fiel in kürzester Zeit eine Unmenge Wasser vom Himmel. Laut Daniel Gerstgrasser, Meteorologe bei MeteoSchweiz, sind über Altenrhein zwischen 50 bis 60 Liter Wasser pro Quadratmeter niedergegangen. «Gemäss unseren Beobachtungen hat ein ungewöhnliches Naturschauspiel stattgefunden. Die Schauer haben sich laut Radarbild über dem Bodensee gebildet und wurden dann mit einer Nordströmung in Richtung Süden nach Altenrhein getragen. Das noch immer sehr warme Seewasser hat ausserdem für entsprechend feuchten Nachschub gesorgt. Gemäss unseren Daten war es eine extrem lokale Erscheinung.»
Der Meteorologe bestätigt zwar, dass extreme Wettersituationen auch in der Ostschweiz merkbar zunehmen, doch die Ereignisse vor Jahresfrist möchte er mit den Niederschlägen von gestern nicht in Verbindung setzen, auch wenn erneut Altenrhein betroffen war. Inwiefern mehrere Windhosen, die sich gestern Vormittag über dem Bodensee gebildet haben (siehe Kasten) das Unwetter über Altenrhein beeinflusst haben, lasse sich nur schwer abschätzen, auszuschliessen sei jedoch nicht, dass diese für die unglückliche Entwicklung mitverantwortlich waren. Gemäss Augenzeugen schwoll das Wasser auf Strassen und Plätzen innert weniger Minuten auf Kniehöhe an. Mit dem Resultat, dass zahlreiche Tiefgaragen und über 20 Keller unter Wasser gesetzt wurden.
Produktion nicht gefährdet
Beim Airport St. Gallen-Altenrhein wurde nicht nur die Küche des Flughafen-Restaurants überflutet, auch Teile des Flugfeldes sowie die Zufahrt zu den Parkplätzen waren nicht mehr trockenen Fusses zu erreichen.
Ebenfalls «erwischt» hat es die Stadler Altenrhein AG. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als der Sturm ganze Bäume in die Werkhallen trug und für massive Schäden sorgte, ist der Schienenfahrzeug-Hersteller diesmal aber mit einem blauen Auge davon gekommen. «Wir hatten in diversen Hallen zwar leichten Wassereinbruch», sagt Roland Kressbach, «doch die Schäden halten sich diesmal im überschaubaren Rahmen. Unsere Produktion ist nicht gefährdet.»
Dies können in Altenrhein angesiedelte Bauern und Gemüseproduzenten nicht sagen, zumal begleitender Hagel verschiedene Kulturen völlig zerstört hat.
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