Hallo zusammen,
nach meiner "Auszeit" melde ich mich hiermit auch zur inhaltlichen Diskussion in diesem Forum wieder zurück. Die Pause hat mir, wie ich denke, sehr gut getan, denn ich habe inzwischen sehr deutlich erkannt, dass ich mit meinem oftmals sehr unangemessenem Auftreten und Stil hier leider wesentlich zu einem unschönen "Klima" beigetragen habe.
Nicht selten habe ich wohl den Eindruck erweckt, die Dinge besser "wissen" zu wollen oder einen Absolutheitsanspruch auf die "Wahrheit" erheben zu können, was natürlich im Zusammenhang mit dem hier behandelten Thema der längerfristigen Witterungsentwicklung völlig fehl am Platze war. Daher freue ich mich über die "zweite Chance", die ich ab sofort für meinen (kleinen) persönlichen Beitrag zu einer fairen, sachlichen und vielseitigen Diskussion nutzen möchte.
Es wird mir also zukünftig immer ganz besonders darum gehen, die von mir vorgebrachten Argumente als einige wenige von sehr vielen zu betrachten und vor allem auch neugierig auf Einschätzungen zu sein, die meinen "Vorhersagen" widersprechen. Denn natürlich kann man zu ganz unterschiedlichen Einschätzungen gelangen - und gerade in der Vielfalt von Argumenten, dem Wissen über die Beschränktheit der eigenen Schlussfolgerungen und die Freude am Sich-Einlassen auf konträre Positionen liegt doch der Reiz eines Forums wie diesem. Die Begeisterung für die Sache - das Wetter, die Witterung, das Klima - soll auch für mich künftig im Vordergrund stehen.
Daher möchte ich an dieser Stelle gern einmal einen Übersichts-Thread eröffnen, in dessen Rahmen noch einmal alle wesentlichen (zum Teil bereits in den letzten Wochen an verschiedenen Stellen genannten)
ARGUMENTE FÜR EINEN KALTEN BZW. FÜR EINEN MILDEN WINTER
zusammengetragen werden können.
Ganz unabhängig zu meiner persönlichen Einschätzung, die ja an einigen Stellen schon durchgedrungen ist und auf die ich im Rahmen der Winterprognose in ein paar Tagen noch eingehe, nenne ich hier einmal einige mir in Erinnerung gebliebene Argumente, die für einen eher kalten Winter sprechen:
- Die Witterungsentwicklung seit Juli zeichnet sich nach der extremen Wärmeperiode 2006/2007 durch eine Rückkehr zu einem sehr gemäßigten, im September und Oktober gar zu kalten Temperaturniveau aus. Nach dem Prinzip der Erhaltungsneigung wäre es daher gut möglich, dass sich das Muster der letzten Monate, gekennzeichnet durch häufige Troglagen (Hochdruck über dem Ostatlantik) und unterdurchschnittliche Temperaturen, auch im Winter weiter fortsetzt;
- Ein weiteres Argument hierfür ist die derzeitige Lage im Sonnenfleckenzyklus. Im Jahr des Minimums traten in der Vergangenheit häufig kältere Winter auf;
- Einen weiteren Einfluss könnte auch die ENSO mit einem doch recht stark ausgeprägten La-Nina-Ereignis haben. Zwar sind die genauen Zusammenhänge zwischen La Nina und der Winterwitterung in Mitteleuropa noch lange nicht abschließend geklärt, es gibt aber Untersuchungen, die in den Wintern von La-Nina-Jahren eine stärkere Tendenz zu Hochdruck über dem Ostatlantik und Tiefdruck über Nordosteuropa erkennen lassen, was im Ergebnis häufigere Nordlagen begünstigen könnte.
So, dies waren zunächst einige Punkte, die mir spontan in Erinnerung geblieben sind. Jetzt freue ich mich auf hoffentlich zahlreiche Ergänzungen - egal in welche Richtung - und melde mich vielleicht später noch einmal mit weiteren Argumenten, die mir persönlich wichtig erscheinen.
Beste Grüße
Markus